BMBF fördert Standard für IT-Sicherheit

Garantie für Hard- und Software sowie Netzwerk- und Anwendungsebene

Trotz des Einsatzes von immer mehr Elektronik in sicherheitsrelevanten Bereichen fehlt bislang eine Standardmethode, die das fehlerfreie Funktionieren der Technik garantiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert daher Arbeiten zum so genannten geschlossenen integrierten Korrektheitsbeweis mit Methoden der Verifikation. Er soll Fehler bereits im Entwurf von autonomen oder integrierten Computersystemen erkennen und korrigieren können. Für die erste zweijährige Forschungsphase werde das BMBF 7,2 Millionen Euro zur Verfügung stellen, teilte das Ministerium am Mittwoch in Berlin mit. Die Federführung für das Projekt liegt bei der Universität des Saarlandes. Auf wissenschaftlicher Seite arbeitet sie mit den Technischen Universitäten Darmstadt, Karlsruhe und München sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und dem Max-Planck-Institut in Saarbrücken zusammen. Industrielle Partner sind die Infineon Technologies AG, die T-Systems Nova GmbH, die BMW AG und die mittelständische Absint GmbH.

Zunächst sollen die mathematischen Grundlagen entwickelt, vollständig formalisiert und für Informatikanwendungen in den Bereichen Embedded Systems, Kommunikation und Anwendungssoftware erschlossen werden. Die Projektpartner wollen darauf aufbauend Demonstratoren entwickeln und mit ihnen Computersysteme für Chipkarten, Telekommunikation und Automobilelektronik von der Hardware bis zur Anwendungssoftware überprüfen.

Die Entwicklung eines integrierten Korrektheitsbeweises gilt zurzeit als eine der größten Herausforderungen der Informatik. Er soll die Funktionen bei der Entwicklung von Hard- und Systemsoftware bis zur Netzwerk- und Anwendungsebene laufend überprüfen. Für die Industrie ist die Beherrschung der Verifikationstechnologie von erheblicher Bedeutung. Sie spart Geld und Zeit bei der Entwicklung neuer Systeme und vermeidet Kosten, die bei der Behebung von Systemfehlern in der Elektronik entstehen können.

Verisoft ist das erste Projekt der Leitvision „Leben in der vernetzten Welt – individuell und sicher“, die im Rahmen des BMBF Futur-Prozesses entwickelt wurde. Die rund 1.000 beteiligten Experten empfahlen im Bereich der IT-Sicherheit einen Schwerpunkt zu setzen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter http://www.verisoft.de/ sowie bei Herrn Prof. Dr. Wolfgang Paul, Leiter des Instituts für Rechnerarchitektur und Parallelrechner der Universität des Saarlandes unter Telefon 0681-302-2436.

 
Revision 14 Mar 2006